Machinimas sind (Kurz)Filme, die in virtuellen Welten entstehen. Das Wort selbst ist ein Kunstwort bestehend aus "Machine" und "Anime", also angelehnt an die japanische Kunstform der Animes. Die ersten Machinimas waren zunächst nichts weiter als in Shootern gedrehte "Durchmärsche" durch die verschiedenen Level (allen voran das Game "Doom", gefolgt von Quake und Unreal).
Schnell erkannten die Gameproduzenten, dass hier ein grosses Werbepotenzial entstand und stellten daher spezielle Tools zur Verfügung, um exakter Filme produzieren zu können, die sogenannten "Mods". Besonders die Unreal Engine tat sich hier hervor.
Machinimas erlebten einen rasanten Aufstieg, vor allem, als Onlinegames und Virtuelle Welten als neue Drehorte entstanden. Jetzt konnte man oft auf grossartige vorgerenderte Kulissen sowie gut animierte Avatare zurückgreifen. Die ersten Festivals entstanden.
Second Life bot sich von Anfang an als besondere Umgebung an, auch wenn anfangs die Qualität der Engine noch sehr zu wünschen übrig liess. Die meisten Machininas sind daher auch Musikvideos, da hier auf sehr wenig anspruchsvolle Weise gearbeitet werden kann (ein fetziger bekannter Song, ein paar Sine Wave Animationen mit scharfen Avas, fertig war das Machinima).
In letzter Zeit entdecken aber auch professionelle Filmemacher die Möglichkeiten, extrem kostengünstig und mit einem hohen Freiheitsgrad zu produzieren. Aber auch talentierte Newcomer können ihr kreatives Talent entfalten, ohne vor extremen Produktionskosten zurückschrecken zu müssen. Viele Machinimas sind daher jetzt bereits anspruchsvolle Produktionen die eine echte Story transportieren. Die Zukunft ist vielversprechend - bald schon werden Machinima im grossen Mainstream TV Einzug halten.
Zwei Beispiele für wirklich interessante Produktionen, die nicht einfach nur Locations abfilmen, sondern tatsächlich spannende Geschichten erzählen:
Lowe Runos "Action Flick" Part One - Ein echter Kracher, der so ziemlich an die Grenzen des derzeit Machbaren geht, vor allem in der sog. "Post" (Nachproduktion - hier werden professionelle Programme wie zb Adobe After Effects eingesetzt)
http://www.youtube.com/watch?v=g9OI5E2A00oUnd mein neuester Beitrag (sorry für die Eigenwerbung, lol): EL Giafaron - Ein Actionfilm aus dem Umfeld der Simulacron Saga. (Auch hier aufwendige Post mit After Effects Titeln und eigenem Soundtrack plus Voice Over Nachvertonung mit LipSync).
http://www.youtube.com/watch?v=LIAqFT3SK4wUm die Frage zu beantworten (welche Grafikkarte braucht man für Kinoqualität?)
Es ist nicht allein die Grafikkarte, sondern auch ein entsprechender Bildschirm sollte vorhanden sein, mit einer Auflösung von mindestens 1900 Pixeln. Als Grafikkarte verwende ich die Nvidia GTX 260 mit einem AMD Quad Rechner. Also alles noch bezahlbar. Viel teurer ist die benötigte Software... Hier ein Überblick über meine verwendeten Programme und Tools:
- Capturing mit Fraps
- Kamera: Space Navigator von 3D Connexion
- Sound: Samplitude Pro
- Schnitt: Magix Video de Luxe (wobei das bei Giafaron an die Grenzen kam, ich steige um auf Adobe Premiere)
- Titel und Effekte: Adobe After Effects
Es gibt einige bekannte Gruppen in Second Life, die Newcomer fördern, unter anderem die Machinima Artists Guild und noch eine Professional Guild, wobei ich letztere nicht mehr empfehle, der Anspruch ist hier höher, als das Können.
Grüsse an Alle
Laurina Hawks